Häufige Fragen

Was kommt auf meinen Körper zu?

Mit Ihren Fragen sind Sie nicht alleine. Vielen Betroffenen und Angehörigen geht es genauso. Wir haben die Antworten zu den häufigsten Fragen für Sie zusammengestellt.

Häufige Fragen zum Thema Krebs

Nebenwirkungen

Wenn Sie – so wie der berühmte Indianer – „keinen Schmerz kennen“, ist es jedoch während jeder Krebstherapie sehr wichtig, alle körperlichen Beschwerden, als Warnsignale Ihres Körpers wahrzunehmen und Ihren Ärzten darüber zu berichten. Damit der Heilungserfolg und Ihre Gesundheit nicht gefährdet werden, ist Ihr Behandlungsteam auf diese Information dringend angewiesen!

Viele Nebenwirkungen der Immuntherapie kann man mit bestimmten Arzneimitteln wie Kortikosteroiden gut in den Griff bekommen. Wenn nicht, entscheidet Ihr Behandlungsteam ob die Therapie verschoben, unterbrochen oder abgebrochen werden muss.

Tipp

Informieren Sie Ihre Angehörigen und KollegInnen über Nebenwirkungen. Es kann sein, dass manches von anderen eher wahrgenommen wird als von Ihnen selbst. Rückmeldungen aus Ihrem Umfeld sind daher wichtig!

Wenn die Therapie auf den Magen schlägt

Übelkeit und Erbrechen sind wohl die meist gefürchteten Begleiterscheinungen bei Chemo- und Strahlentherapie. Heutzutage gibt es jedoch wirksame Medikamente, sogenannte „Antiemetika“, die bereits präventiv verabreicht werden können.

Bevor Sie Heiltees oder auch pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel anwenden, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Diese könnten potente Wirkstoffe enthalten, die zu unerwünschten Wechselwirkungen führen. Auch Akupunktur kann hier als ergänzende Behandlung hilfreich sein, sowie die Aromatherapie und Aromapflege, die bereits in vielen Krankenhäusern angeboten wird. Ätherische Öle in Bädern, auf Geruchspflastern, in Massageölen oder Duftlampen können manche Symptome lindern und wirken antibakteriell, antiviral und antimykotisch. Die Düfte haben eine positive Auswirkung auf das seelische Wohlbefinden der Patienten.

Tipp

Unser Tipp gegen Übelkeit, Erbrechen und Geruchsüberempfindlichkeit Lavendel-Kamille. Geben Sie 1 Tropfen Lavendel fein und 1 Tropfen Kamille römisch direkt auf ein Taschentuch atmen Sie den Duft ruhig ein.

Häufige Fragen zum Thema Krebs

Ernährung bei Krebs

Im Zuge jeder Krebstherapie ist ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Nicht alle Krebsbehandlungen wirken sich auf Appetit oder Verdauung aus. Bei der Strahlen- und Chemotherapie wird eine täglich Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 – 2 Liter Wasser, verdünnten Obst- oder Gemüsesäften oder ungesüßten Kräuter- oder Früchtetees empfohlen, da die Abbauprodukte über die Nieren ausgeschieden werden.

Falls Sie unter Übelkeit, Geschmacksbeeinträchtigungen oder Entzündungen der Schleimhäuten in Mund, Speiseröhre und Darm leiden, und deswegen nicht genügend Nahrung aufnehmen, gibt es heutzutage Medikamente, die helfen. Ernährungsempfehlung bei ungewolltem Gewichtsverlust:

  • Essen Sie kleine Mahlzeiten, mehrmals täglich
  • Stellen Sie Schalen mit Nüssen, Kernen oder Oliven in Ihrer Wohnung auf, damit Sie zwischendurch naschen können
  • Avocados sind ausgezeichnete Fett- und Energielieferanten und können als Aufstrich und in Salaten verzehrt werden.
  • Achten Sie beim Kauf von Milchprodukten auf hohen Fettgehalt.
  • Verfeinern Sie Suppen und Saucen mit Schlagobers, Crème fraîche, Sauerrahm oder Butter.
  • Trinknahrung hilft Ihnen ebenfalls Ihr Gewicht zu halten und somit das Wohlbefinden zu steigern.

Was tun bei Kaubeschwerden und Schluckstörungen?

Sollten Sie im Rahmen Ihrer Krebstherapie unter Kaubeschwerden oder Schluckstörungen leiden, ist es wichtig, dass Sie Ihre Ernährung anpassen, damit Sie sich nicht verschlucken.

Essen Sie:

  • weiche Kost, wie z.B. Püree, Frischkäse, Aufstriche, Joghurt
  • Weißbrot, dass sich mit der Zunge am Gaumen zerdrücken lässt
  • weiche Süssspeisen, wie z.B. Salzburger Nockerl, Pudding, Eiscreme, Fruchtmus

Vermeiden Sie:

  • gemischte Konsistenzen wie z.B. Suppe mit Backerbsen oder Kompotte
  • trockene und schwer kaubare Lebensmittel, wie z.B. Nüsse, Müsli, Mohn, Knäckebrot, Kekse, Zwieback, trockene Kuchen
  • Lebensmittel mit hohem Säureanteil, wie z.B. Orangen, Zitronen, Kiwi, Essig
  • Faserreiche Lebensmittel, wie z.B. Rindfleisch, Spargel, Rhabarber, Ananas
  • Harte Lebensmittel, wie z.B. Trockenfrüchte, rohes Gemüse, Kraut, Hülsenfrüchte,
  • Paprika, etc.
  • Getränke mit Kohlensäure
  • Ganze Kräuter, vor allem in Flüssigkeiten (Schnittlauch in der Suppe)

Verstopfung

Anhaltende Verstopfung sollte man immer mit dem Behandlungsteam besprechen. Dafür gibt es wichtige Gründe. Herkömmliche Medikamente, die z.B. bei einer Urlaubsreise gegen Verstopfung geholfen haben, können während einer Krebstherapie kontraproduktiv sein, weil sie ein größeres Problem verschleiern.

  • Trinken Sie viel Wasser, Tee oder Fruchtsäfte (warm oder zumindest Zimmertemperatur)
  • Für ballaststoffreiche Zwischenmahlzeiten, platzieren Sie in Ihrer Wohnung überall Schälchen mit Nüssen, getrockneten Früchten, Gemüse, Obst
  • Bewegen Sie Sich ein wenig. Das fördert die Verdauung.

Bevor Sie sanfte Hausmittel, wie Müsli, Leinsamen, Flohsamen einsetzen, fragen Sie Ihren Arzt. Diese könnten die Darmpassage behindern, wenn man zu wenig dazu trinkt.

Dasselbe gilt für rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke, die eventuell zu unerwünschten Wechselwirkungen mit Ihrer Krebstherapie führen können.

Durchfall

Durchfall kann bei KrebspatientInnen unterschiedliche Ursachen haben. Daher müssen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt möglichst rasch wieder ausgeglichen werden. Doch was man trinkt, ist bei einer gestörten Verdauung nicht ganz unwichtig. Hält Durchfall länger als wenige Stunden an, ist Beratung durch die behandelnden Ärzte sinnvoll.

  • Vermeiden Sie scharfe, saure oder stark gewürzte Speisen
  • Wenn Sie durch den Durchfall Gewicht verloren haben, reichern Sie Ihre Speisen mit gehaltvollen Lebensmitteln wie z.B. Sahne, Butter oder Proteinpulver an.
  • Essen Sie größere Mahlzeiten, wenn Sie sich gut fühlen oder Appetit haben,
  • Nach dem Essen entspannen, aber nicht hinlegen.
  • Fragen Sie Ihr Behandlungsteam nach Ernährungstipps und Nahrungsergänzungsmittel
  • Führen Sie ein Ernährungstagebuch – so können Sie besser kontrollieren wann und wie viel Nahrung Sie zu sich genommen haben.
Häufige Fragen zum Thema Krebs

Haut und Mundpflege

Entzündung der Schleimhäute

Bei der Chemotherapie kann es vorübergehend zu Entzündungen der Mundschleimhaut und Mundtrockenheit kommen. Dies gilt auch für die Strahlentherapie, wenn die Bestrahlung im Kopf/Halsbereich durchgeführt wird.

  • Beugen Sie Entzündungen in der Mundhöhle vor
  • Lassen Sie vor der Therapie eine Zahnkontrolle durchführen
  • Spülen Sie nach jeder Mahlzeit den Mund (z.B. mit Salbeitee)
  • Verwenden Sie Mundwasser ohne Menthol oder Alkohol
  • Verwenden Sie Kinderzahncreme und eine weiche Zahnbürste, die Sie nach 4 Wochen wechseln
  • Essen Sie Eiscreme, um die entzündeten Stellen zu kühlen. Besonders energiereiches Eis
  • erhalten Sie, indem Sie Trinknahrung oder Säfte in kleinen Formen einfrieren und dann lutschen
  • Verzichten Sie auf alles, was die Schleimhäute reizen könnte, wie konzentrierte Obstsäfte, zu trockene oder stark gewürzte Speisen, Nikotin und Alkohol

Sich in der eigenen Haut nicht wohl fühlen

Unsere Haut ist mit mehr als 2 Milliarden Zellen unser größtes Sinnesorgan. Sie wirkt als Schutzschild, regelt den Wärmehaushalt und spiegelt unser seelisches Befinden wider, wenn wir zum Beispiel „vor Scham erröten“ oder „blass vor Schreck“ werden.

Während Krebserkrankungen und deren unterschiedlichen Behandlungsformen, kann unsere Haut von Juckreiz, Rötungen oder Operationsnarben geplagt werden. Gerade weil unsere Haut für andere gut sichtbar ist, empfinden manche PatientInnen Narben, entzündete oder juckende Haut als seelische Belastung und Einschränkung der Lebensqualität. Man kann zwar aus seiner Haut nicht heraus, aber man kann sie gut behandeln. Konventionelle Pflegeprodukte und Kosmetika enthalten Mineralöl, Paraffine oder Vaseline. Diese bieten den auf der Haut lebenden Mikroorganismen keine Nahrung. Dadurch wird die physiologische Haut nicht unterstützt.

  • Waschen Sie sich mit klarem, lauwarmen Wasser
  • Verwenden Sie ph-neutrale Pflege- und Kosmetikprodukte
  • Verzichten Sie auf das Schwimmen im Chlorwasser
  • Besser eine kurze Dusche, als ein Vollbad nehmen – so vermeiden Sie das Austrocknen Ihrer Haut
  • Wenn Sie in die Sonne gehen, verwenden Sie Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor
  • Schützen Sie Ihre Nägel und tragen Sie z.B. beim Abwasch Handschuhe
  • Gegen brüchige Nägel hilft Nagelöl

Fatigue-Syndrom

Das Fatigue-Syndrom bezeichnet einen Erschöpfungszustand, der während und auch nach – einer Krebsbehandlung auftreten kann. Dabei handelt es sich nicht um eine „normale Müdigkeit“, die mit Schlaf oder Regenerierungsphasen ausgeglichen werde kann. Vielmehr beschreibt das Fatigue-Syndrom eine ständige körperliche und mentale Erschöpfung, bis hin zur Depression. Man fühlt sich leer, müde, kraft- und antriebslos. Ebenso können Wortfindungs- und Konzentrationsstörungen einhergehen.

Tipp

Bewegung an der frischen Luft weckt die Lebensgeister. Fordern Sie sich keine Höchstleistungen ab. Wenn Sie untertags müde werden, legen Sie ein Nickerchen ein. Informieren Sie Ihre Angehörigen – vielleicht kann Sie jemand bei Ihren täglichen Arbeiten unterstützen?

Wo finde ich Ansprechpartner?

Sie müssen den Krebs nicht im Alleingang besiegen. Holen Sie sich Unterstützung von Beratungs- und Hilfseinrichtungen und Selbsthilfegruppen in Ihrer Region. Viele Angebote sind kostenlos, werden von der Sozialversicherung übernommen oder Sie erhalten eine Förderung.